Dieser unvollständige Teil der Tafel wird jetzt im Louvre aufbewahrt. Die beiden anderen Abschnitte zeigen eine „Allegorie der Völlerei“ und „Der Tod und der Geizhals“. Das Holz, auf dem die Tafel mit einer begrenzten, aber reichen Auswahl an Farben bemalt wurde, darunter Blei-Zinn-Gelb, Rotlack und Bleiweiß, wurde auf etwa 1491 datiert. Es wird angenommen, dass Boschs Narrenschiff von der inspiriert wurde Allegorie von Sebastian Brant im Jahr 1494. Die Abbildung zeigt zehn Personen, die in einem Boot treiben, zwei weitere über Bord. In der Mitte der Gruppe stehen eine Laute spielende Nonne und ein Mönch. Links im Bild scheint eine Frau im Begriff zu sein, einen Mann zu schlagen, der einen Krug im Wasser schleift. Rechts im Bild scheint sich ein anderer Mann über die Seite zu übergeben. Über ihm trinkt ein offensichtlich als Narr verkleideter Mann aus einer Tasse. Einer der Bootsführer benutzt statt eines Ruders eine riesige Schöpfkelle, der andere hat einen Krug am Ende seines Ruders.

Am Mast baumelt ein Pfannkuchen oder ähnliches, das die Hauptgruppe vielleicht zu essen versucht. Dies kann ein Hinweis auf einen traditionellen Volksbrauch oder ein Spiel sein. Auf den Mast klettert ein anderer Charakter, der dabei ist, etwas Fleisch von einem gebratenen Vogel zu schnitzen, der an den Mast geschnallt ist. Der Mast selbst ist baumartig und mit Blumen und Blättern bedeckt. Am Mast weht eine Flagge mit einem Halbmond, vielleicht ein Symbol des „Wahnsinns“, abgeleitet vom lateinischen Wort „luna“. Hoch im Blattwerk des Mastes sitzt eine Eule, die auf den ersten Blick fast schädelartig wirkt. Die Eule war im Mittelalter ein Symbol für Unglück. Das Gesamtbild ist eine Gruppe von Narren, die im Meer des Lebens treiben und exzessiv essen und trinken. Sie sind ohne Moral und steuerlos, obwohl die Kirche an Bord ist. Ihnen allen fehlt die Richtung im Leben und sie nehmen die Männer über Bord nicht wahr. Dieses wundervolle Gemälde ist eines der kraftvollen und ergreifenden Bilder von Bosch. Ein sozialer Kommentar zum Leben, wie er es vor vielen Jahrhunderten sah.