Als jedoch die Notenschrift innerhalb des Gemäldes analysiert wurde, stellte sich heraus, dass es sich um das Werk von Thomas Crecquillon um 1549 handelte. Crecquillon war ein Komponist aus den Niederlanden, der nach Boschs Tod tätig war. Eine Tuschezeichnung von sieben Figuren, die aus einem Ei auftauchen, um von Bosch zu singen, existiert und wird in Berlin aufbewahrt, sodass Experten nun zu dem Schluss gekommen sind, dass Concert in the Egg, obwohl es eindeutig Boschs Stil und Vorzeichnung verwendet, von jemand anderem fertiggestellt wurde. Infolgedessen wurde das Werk nun einem „anonymen Anhänger von Bosch“ zugeschrieben. Das Originalgemälde ist ein Ölgemälde aus der Zeit um 1561. Es ist ein faszinierendes Stück mit zahlreichen Details, skurrilen Einfällen, Humor und Kommentaren über das damalige Leben. Zehn Sänger tauchen aus dem Ei auf, möglicherweise das Joch, das darauf hindeutet, dass sie Tölpel oder "Narren" sind.

Sie singen, folgen der Partitur von Thomas Crecquillon und nehmen nichts wahr, was um sie herum passiert und welche Gefahren dort lauern. Der Künstler scheint Menschen dargestellt zu haben, die alle Aspekte der Dorfbevölkerung repräsentieren, von der Nonne mit der Eule auf dem Kopf bis hin zu dem, was einige Experten als dummen Philosophen mit Brille und Trichter auf dem Kopf vermuten, reiche, alte, Männer, Frauen. Obwohl sie alle vom selben Notenblatt singen sollen, deuten die Gesichtsausdrücke und Positionen der Sänger darauf hin, dass das Ergebnis kein angenehmer Klang sein würde! Wenn man sich im Ei umsieht, werden viele der bekannten Symbole und Gegenstände von Bosch verwendet, insbesondere die Vögel und das Futter.

Der Zuschauer kann einige der Gefahren erkennen, die die Gruppe umgeben. Wenn zum Beispiel ein Dieb das Ei in der Nähe der lautenspielenden Kreatur durchbricht, schneidet er dem Mann, der auf die Musik zeigt, die Geldbeutelschnüre ab. Gleich darunter bricht eine Hand durch die Schale und versucht, den gegrillten Fisch zu erreichen, den ebenfalls eine Katze aufmerksam beobachtet. Links davon brennt Feuer durch ein Dorf. Zu beiden Seiten der Sänger ragen kahle und verwelkte Äste aus dem Ei. Rechts tragen die Äste einen Korb mit gekochtem Essen, das die Aasfresser fressen werden, und links hängt eine Schlange an einem Ast. Einige haben vorgeschlagen, dass dies ein Aal ist und spielen mit dem Wort Ale. „Konzert im Ei“ ist ein faszinierendes Bild, das den Betrachter mit seiner verwirrenden Auswahl an Zeichen und Symbolen noch viele Jahre lang fesseln und verführen wird.