Sie sind in der heutigen Welt aus dem Zusammenhang gerissen, und es gibt keine aufgezeichneten Beispiele seiner Gedanken zu irgendetwas, geschweige denn seiner Kunstwerke. Es gibt jedoch einige Gemälde, die in keinem Zeitkontext stehen müssen, und „Der Tod und der Geizhals“ fällt in diese Kategorie. Es ist ein Gemälde mit einem gemeinsamen Thema: dem Tod. Da der Tod eines der wenigen Dinge ist, die über Kunst und Mode hinausgehen und jeder jemals geborenen Generation folgen, bleibt das Gemälde auch heute noch wirklich relevant. Es befasst sich auch mit Gier und Egoismus in Form des Geizhalses, der hier in zwei Teilen dargestellt wird; zuerst wie er war, als er gesund, reich und stark war, dann wie er auf seinem Sterbebett liegt. Interessant an dem Gemälde ist die Ungewissheit, die dem Betrachter auch heute noch bleibt. Der Geizhals greift nach dem Beutel mit Gold, den der Dämon neben seinem Bett hält, während der Tod selbst näher kommt.

Der Engel sitzt in der Nähe, das Gesicht nach oben zu einem anderen Dämon gerichtet, und es ist nicht klar, was die Lösung für die Seele des Geizhalses sein wird. In einer sehr religiösen, sehr orthodoxen Zeit wäre dieses Gemälde sowohl ein moralisches als auch ein optisch ansprechendes Gemälde gewesen. Über dem Bett, hoch in der Wand, befindet sich eine Christusfigur, von der ein Licht auf den Geizhals in seinem Sterbebett scheint. Vielleicht ist dies ein Zeichen dafür, dass der Geizhals die Umkehr von der Sünde zu Christus in letzter Minute zeigen wollte, um zu zeigen, dass dies der einzige Weg war, seine Seele zu retten, und dass es die beste Entscheidung war, wenn er dem Tod gegenüberstand, der durch die Tür kam. Es ist die Komplexität solcher Details, die das Gemälde auch heute noch fasziniert, obwohl seit der Geburt seines Malers mehr als fünfhundert Jahre vergangen sind. Es gibt einige Botschaften, die wirklich über die Zeit hinausgehen, und „Der Tod und der Geizhals“ von Hieronymus Bosch passt besser als die meisten anderen in diese Kategorie.